Dinacharya Habit #1 „Das frühe Abendessen – Early Dinner“

(first published on BeeAthletica.com on August 9, 2014)

Die Zeit der Fußballweltmeisterschaft liegt hinter uns. Spannende Spiele, mühsame, sehr erfolgreiche aber vor allem sehr späte Spiele haben uns die letzten Wochen begleitet. Public Viewing, Grillen mit Freunden und Nachbarn im Garten … das war doch Sommerlaune pur, richtig? Wenn dir in dieser Zeit jemand gesagt hätte, lass uns doch unser Abendessen ein wenig vorziehen …

Wir alle – inklusive mir selbst – waren meilenweit entfernt von einem „idealen Tagesablauf“ entfernt. Ein regelmäßiger Tagesrhythmus ist jedoch für die Erhaltung der Gesundheit und für die Weiterentwicklung von Körper, Geist und Bewusstsein unerlässlich, weil wir uns dadurch wieder mit den natürlichen Rhythmen synchronisieren („Getting in sync with nature“).

„Es gibt eine Uhr der Doshas, die anzeigt, wann ein bestimmtes Dosha den Gipfel seiner Kraft erreicht, und eine biologische Uhr, die anzeigt, wann ein bestimmtes Organ den Gipfel seiner Funktionsfähigkeit erreicht. Aufgrund dieser beiden Uhren haben die ayurvedischen Weisen einen idealen Tagesablauf (Dinacharya) entwickelt, der versucht, die biologische Uhr, die Uhr der Doshas und die chronologische Zeit miteinander in Einklang zu bringen.“ (Auszug aus „Selbstheilung mit Ayurveda“, Vasant Lad)

Chinese Body Clock “Chinese Body Clock” by Center of True Healing

Es ist Teil unserer Kultur und unserer Gesellschaft, unser Abendessen erst nach 18 Uhr zu uns zu nehmen. Es ist die Zeit, in der wir mit der Familie, mit Freunden oder einfach auch nur, weil wir so groß geworden sind, uns die Zeit für das Essen nehmen. Für viele ist es sogar die Hauptmahlzeit des Tages.

Das ist natürlich auch genau die Zeit, in der sich der gesamte Organismus auf die Nachtruhe vorbereitet. Das ganze Verdauungssystem lässt schon etwas nach, die Energie nimmt ab. Wenn wir (zu) spät essen, laden wir uns im wahrsten Sinne des Wortes eine Last auf, die unseren Körper ineffizient werden lässt. Er muss zu einer Zeit, in der er dabei ist „runter zu fahren“, noch einmal so richtig auf Hochtouren kommen. Das verändert die gesamte Körperchemie, die uns nicht richtig einschlafen oder sehr unruhig schlafen lässt. Man fühlt sich am nächsten Morgen einfach nicht ausgeruht. Der gleiche Effekt tritt übrigens auf, wenn wir zwar früh, aber zu schwer zu Abend essen.

Die perfekte Zeit für ein Abendessen liegt  – je nach Dosha – bei 18 Uhr für Vata-Typen, 18-19 Uhr für Pitta-Typen und 19-20 Uhr für Kapha-Typen. Vielleicht warst du schon bei einem Ayurvedaspezialisten und weißt um deine Doshas. Falls nicht, kannst du dir hier einen Test ausdrucken http://kaya-veda.de/gratis/doscha_typ.php Dieser Test ersetzt natürlich auf keinen Fall eine ausführliche und persönliche Beratung, kann dir aber einen Hinweis auf deine persönliche Konstitution geben.

Natürlich kommen jetzt schon die ersten und vor allem eigenen Gegenargumente in den Kopf geschossen. Etwas, das ich sehr oft höre ist, dass „man“ zum Mittagessen ja nur was Kleines ist, und irgendwann muss man ja mal was „Richtiges“, vor allem was Warmes essen.

Verlege deine Hauptmahlzeit auf die Mittagszeit. Das optimale Zeitfenster dafür liegt mitten in der Pitta-Zeit zwischen 11 Uhr vormittags und 13 Uhr nachmittags. Da läuft das Verdauungsfeuer auf Hochtouren. Alle an diesem Prozess der Verarbeitung beteiligten Organe sind in dieser Zeit darauf ausgerichtet, höchst effizient alles Zugeführte auszuwerten, zu verwenden und aufzuspalten. Ich persönliche achte dabei auf Nahrungsmittel, die so gut wie nicht vorverarbeitet sind (non-processed food).

Lunch Time is Steak Time (auch wenn Fleisch nie auf deinem Einkaufszettel steht). Zu dieser Zeit solltest und kannst du auch alles essen, was deinen Organismus optimal versorgt.

Was sonst noch für Argumente angebracht werden, dürfte jedem bekannt sein „Aber da bin ich doch noch beim Laufen, im Yoga, beim Schwimmen, im Malkurs, beim Töpfern, im Biergarten …“. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Für Familienmenschen: „Der Mann/die Kinder kommen doch erst danach (nach der Arbeit/Sport …) nach Hause und wir genießen doch so sehr die Zeit beim gemeinsamen Essen.“

Vielleicht hast du ja auch noch andere, sehr gute Gründe, warum das mit dem Early Dinner vor 18 Uhr genau bei dir nicht klappen kann. Schreib sie auf. Schreib alles auf, was dich daran hindert und überlege dir, wie eine Alternative aussehen könnte, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Hier ein paar Anregungen: Überlege dir, ob du dein Laufen, dein Yoga, das Schwimmen auf eine andere Tageszeit verlegen kannst. Ok, Mal- und Töpferkurse sind normalerweise  fix, aber hier könntest du z.B. VOR dem Kurs noch etwas Leichtes zu dir nehmen. Als Familienmensch könntest du etwas früher dein Abendessen zu dir nehmen. Alleine, um dann mit deiner Familie, wenn alle zuhause sind, zusammen am Tisch sitzen, vielleicht noch einen Tee trinken und so das Zusammensein genießen.

StilLebenHier ein paar Tipps, um dir den Umstieg zu erleichtern:

Keep it simple & yummy

Das Abendessen sollte leicht zu verdauen sein. Menschen bzw der menschliche Körper produziert während der Nacht nicht genügend Gallenflüssigkeit, um schweres oder zu spätes Essen zu verdauen. Be creative und bereite dir etwas Leicht & Leckeres zu. Je später du isst, desto leichter sollte es sein. Suppen und Salate … roh oder gekocht … kalt oder warm. Ganz nach deinem Gusto.

Plane im Voraus

Plane dein Abendessen im Voraus. Setze dir einen „Termin“ in deinen persönlichen Kalender. Wenn du zu den Prime Time Sportlern gehörst, verlege das wenn möglich entweder auf eine andere Tageszeit, z.B. den frühen Vormittag oder (siehe unten), lass diesen Tag zu der Ausnahme gehören. Du wirst – wenn alle Habits einen Weg zu dir gefunden haben – wirklich mehr Zeit für dich und deinen  Sport haben.

Erkenne deine Beweggründe

Wenn du dich häufiger mit Freunden zum gemeinsamen Essen nach 20 oder 21 Uhr triffst, wird dies natürlich zur lieben Gewohnheit. Denk über andere Wege nach, um mit deinen Liebsten wertvolle Zeit zu verbringen.

Lege einen Zeitpunkt fest

Einen Zeitpunkt,  an dem du spätestens anfängst zu essen, so dass du bis 18 Uhr fertig bist. Eine Ausnahme hier und da ist absolut ok. Lege es darauf an, es wenigstens 5x pro Woche „zu schaffen“.

Gestalte die Zeit „danach“

Du wirst feststellen, wieviel Zeit du für so schöne Dinge nach dem Abendessen hast wie z.B. einen Spaziergang oder ein Spiel mit deiner Familie. Es bleibt viel Zeit für ein Telefonat mit lieben Menschen. Oder – sehr schön in der Winterzeit – arbeite an einem Projekt, das dir am Herzen liegt. Lese oder schreibe ein Buch, male, sei kreativ und geh früh schlafen.

Visualisiere

Genau jetzt, während du diese Zeilen liest, stell dir vor, wie du dein frühes Abendessen zu dir nimmst. Stell dir vor, wie es sich anfühlt, ohne Völlegefühl und schwerem Leib ins Bett zu gehen.

Und hier ein paar kleine Hinweise zum Essen selbst

Und wieder gilt: Keep it simple. WochenMarkt1

Im Englischen wurde das Dinner früher auch Supper genannt, im Sinne von „little supplement“. Es sollte kein Show-Stopper sein, aber so ein „kleines Etwas“. Suppen, etwas Gedämpftes oder auch Eintopf, Fruchtsalate, grüne oder marinierte Salate. Keep it Simple!

Plane deine Woche

Oh, was sehr Administratives und es hat eine Weile gebraucht, bis dieses Vorausplanen einen Weg zu mir gefunden hat. Plane deine Woche, bevor du den Elan verlierst. Überlege dir, was du die Woche über abends noch für dich zubereiten möchtest. Suche dir einen Tag aus, an dem du deine ganzen Einkäufe für die kommenden 7 Tage erledigst. Entwerfe dir einen „Essensplaner“, fülle ihn aus und geh einkaufen. Es ist unglaublich entspannend, nicht mehr jeden Tag vor dem Kühlschrank stehen zu müssen und sich zu fragen „was esse ich denn heute?“.

Ein Essensplaner könnte wie folgt aussehen: Essensplaner

„Don’t Snack“

Du wirst nicht hungrig genug sein, wenn du zwischendurch diese vielen, kleinen, lieb gewonnenen Dinge wie Kekse, Schokoriegel, Müsliriegel, Energiekugeln usw zu dir nimmst. Wenn’s zu schlimm werden sollte, ess‘ ein Stückchen Obst (keine Bananen) zwischen Mittag- und Abendessen. Lass deinen Körper einen Hunger entwickeln. Lerne den Unterschied zwischen Appetit und Hunger kennen.

Bereite dein Abendessen am Morgen zu

KnoblauchPresseOk, das erscheint jetzt UN.DENK.BAR! Aber … es ist super einfach, wenn du deine Woche geplant hast. Du kannst einen Reiskocher oder Schnellkochtopf verwenden. Während du dich für deinen Tag vorbereitest, kannst du z.B. Wurzelgemüse im Backofen vor sich hin backen lassen.

Für die schnelle Küche:

Röste Wurzelgemüse am Morgen.

Für eine Suppe löse einen Gemüsebrühwürfel in heißem Wasser auf.

Wenn du von der Arbeit nach Hause kommst, koche Quinoa im Reiskocher.

Du kannst einen Salat bereits am Vormittag marinieren, damit du ihn dann abends essen kannst.

Denk immer daran, es sind die kleinen Schritte, die zum Erfolg führen. Versuche erst gar nicht, deine gewohnte Essenszeit um 3 Stunden vorzuverlegen. Probiere es einfach mal mit 15 min. Gehe sukzessive vor und beobachte dich und die Auswirkungen auf dich. Schreib alles auf. Sehr gut wäre natürlich, du findest jemanden, der mitmacht. Dann könnt ihr euch im Gespräch austauschen und motivieren, miteinander reden und hören, was ihnen dazu einfällt.

Noch ein ganz wichtiger Punkt: Sei entspannt. Wenn’s mal nicht so klappt, wie du es dir vorgenommen hast, geht die Welt davon nicht unter. Es ist nur wichtig, dass du den Zusammenhang zwischen „Cause & Effect“ erkennst und dich am nächsten Morgen nicht wunderst, dass der leckere Schwäbische Zwiebelrostbraten dann doch irgendwie schwer im Magen gehangen ist.

Wenn du Fragen zu diesem Thema hast, die hier unbeantwortet blieben, dann schreibe mir einfach eine kurze eMail mit dem Betreff “Early Dinner – Ich hätte da mal eine Frage”.

Die schönen Bilder von Wochenmarkt & Co durfte ich mit freundlicher Genehmigung von Sonja Netzlaf für diesen Beitrag verwenden. Ihre zauberhaften Artikel zu den Themen Handwerk, Kreativität, gutes “echtes” Essen, Natur, Fotografie und Bewegung könnt ihr auch auf http://wurzelwerkblog.wordpress.com nachlesen.

Im nächsten Teil dann „Habit #2 – Early to Bed“ geht es dann um das frühe Schlafengehen.

Happy changing!
Eure Andrea

Folgende Fragen kannst, musst du aber nicht für dich beantworten:

Was ist deine stärkste und kraftvollste Ausrede, damit du in jedem Fall dein Abendessen NACH 18 Uhr einnehmen musst?

Wie sieht deine Strategie aus, um diese Ausrede auszuhebeln?

Auf welche Uhrzeit für ein frühes Abendessen könntest du dich einlassen, so dass es eine Veränderung zu deinem Jetzt-Zustand ist?

Kannst du dich darauf einlassen, diese Veränderung für 5 von 7 Abenden umzusetzen?

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Yoga Weekend
‘Autumn Leaves’
October 2-5, 2014
Mawell Resort, Langenburg, Germany

Interested? Just drop me an eMail.

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Interested in a private session? Lots of options available, email me yogmand(a)icloud(dot)com or check out the website for a studio close to you!

Dinacharya oder Täglich grüßt das Murmeltier und das ist auch gut so!

(first published on beeathletica.com May 27, 2014)

Das letzte halbe Jahr habe ich mit der unsagbar großartigen Unterstützung eines Coaches angefangen, meine Daily Habits, meine täglichen kleinen Routinen zu beleuchten und zu verändern.

Bevor ich damit begann, war mir klar, dass es mir zwar gut, aber nicht großartig ging. Ich wollte mich aber großartig fühlen. Allerdings hatte ich keinen blassen Schimmer, in welche Richtung ich gehen sollte. Ich tat doch schon (fast) alles, was zu einem ganzheitlichen Alltag gehört. Ich ernährte mich einigermaßen gesund, bewege mich regelmäßig, bin oft, vielleicht aber auch zu selten an der frischen Luft und auch sonst … alles paletti. Oder etwa nicht?

Nein, nicht alles in Ordnung. Viel zu oft müde und erschöpft, abgehetzt und fremdgesteuert.

Photo May 17, 5 46 55 PM Trotz 8-Stunden-Schlaf unausgeschlafen, weil die Nacht nicht wirklich erholsam war. Morgens immer ein bisschen zu lang im Bett gelegen. Dann schnell aufgestanden. Ein paar Sonnengrüße und vielleicht die ein oder andere Asana, damit der Körper auch wirklich wach wird. Radio anstellen und schnell den Smoothie inkl Weizengrasssaft zubereitet. Man will sich ja was Gutes tun. Endlich Kaffee. Ab ins Bad unter die Dusche, nebenher Zähne putzen. Überlegen, was ansteht, was soll ich anziehen. Der Kaffee schmeckt heute aber seltsam.

eMails, Facebook und What’s App checken (ich bin ein Junkie, ich weiß). Die Zeit scheint still zu stehen. Mist aber auch. 15 Minuten rum wie nix. Morgen bleibt das doofe Handy aber aus, bis ich das Haus verlasse *haahaaa*

Ab in’s Auto und auf dem Weg durch die Stadt wird schon der erste Druck aufgebaut. Stuttgart mag ja eine Autobauerstadt sein, auf keinen Fall ist sie eine AutoFAHRERstadt. Alles stockt, alles schläft. Ich bekomm‘ ne mittelschwere Krise, weil ich es – wie jeden Morgen – mal wieder nicht vor 9 Uhr ins Büro schaffe.

Weil sich der Weg nach Hause nicht lohnt, etwas länger im Büro bleiben, damit ich im Anschluss gleich ins Yogastudio fahren kann. Unterricht bis 22 Uhr. Dann endlich nach Hause. Endlich Ruhe, endlich Zeit für mich. Me-Time, wie ich es gerne nenne. Jetzt noch die Lieblingsserie gucken, etwas essen (*gosh* bin ich hungrig) und *huch* schon halb eins? Ab ins Bad, dann ins Bett. Schlafe sofort ein, rege Träume.

Der nächsten Morgen … siehe Text oben. Ersetze Unterricht mit sonstigen Pflichten wie Einkaufen, Wäsche waschen, Wohnung wieder herrichten etc etc. Die Liste kann beliebig lang sein.

Mir war also klar, so geht es auf Dauer nicht weiter. Viel zu wenig Quality Time mit mir selbst. Ich muss was ändern, dringend!

Photo May 17, 2 06 57 PM (1) Wie so oft im Leben, wenn der Schüler bereit ist, taucht der Lehrer auf. In diesem Fall mein Ayurvedalehrer. Auf einem Workshop erzählte er uns von einem Online Ayurveda Training, das er anbietet. Ein paar Tage später schrieb ich ihn an, bekundete Interesse und fragte, um was es sich dabei genau handelt. Er erzählte mir etwas von Dinacharya – Daily Habits und warum sie eine gute Investition in mein Wohlbefinden und vor allem in meine Gesundheit sind. Das Online Training würde in Form eines wöchentlichen Telefonats stattfinden inkl Online Unterstützung via eMail und Facebookgruppe. Er kündigte mir aber auch gleich an, dass eine Routine, bevor sie zur Gewohnheit wird, sehr zeitintensiv ist und ich fragte mich ernsthaft, wie ich das alles unterbekommen soll.

Ich bin diesen Schritt trotzdem gegangen und seitdem hat sich bzw habe ich einiges verändert … und es geht mir großartig dabei 😀

Photo May 17, 2 20 34 PM (1) Dieser Artikel stellt den Start einer 8-teiligen Serie dar. In jedem Teil werde ich eine der üblichen Verdächtigen in der Reihenfolge vorstellen, wie ich sie vermittelt bekommen habe. Versehen mit Tipps und Hinweisen zum Selbstversuch und genügend Zeit, um sich daran auszuprobieren. Natürlich werde ich auch über meine Hürden, Hindernisse und Stolpersteine berichten.

Freut euch auf den ersten Teil mit Habit #1 – Das frühe Abendessen

Paleo oder Was es bei Famile Feuerstein als Nachtisch gegeben haben könnte

(first published Jan 23, 2014 on beeathletica.com)

Als Freunde mir vor ein paar Monaten erzählten, dass sie sich jetzt nach der Steinzeitmethode ernähren würden, war ich ziemlich neugierig. Allerdings nicht so sehr, dass ich mich da tiefer hinein gelesen habe. Erst als ich anfing, mich mehr mit dem Thema Ayurveda zu beschäftigen, stolperte ich wieder darüber. In Form des Begriffes Paleo, mit dem ich erstmal nichts anfangen konnte, bis ich das allwissende Orakel Google befragt habe. Und siehe da … es ist nur ein anderer Begriff für Steinzeitdiät oder Steinzeiternährung. Wer mehr darüber wissen möchte, Wikipedia enthält hier einen sehr ausführlichen Artikel über die Paleo-Diät.

Langer Rede, kurzer Sinn. Beim googeln bin ich über ein Rezept für ein Paleo Bananenbrot gestolpert (ich war auf der Suche nach gesundem Süsskram 😉 )und ich muss sagen, ich kann nicht mehr aufhören, das zu naschen. Es ist nicht nur laktose- und glutenfrei, sondern auch frei von raffiniertem Zucker und man kann – im Gegensatz zu vielen anderen Bananenbrotrezepten – auch gelbe Bananen dazu verwenden. Alle Zutaten sind organic raw (d.h. sie wurden nicht über 44°C erhitzt) und dürften in dieser Form auch schon von Wilma & Fred und ihren Freunden Betty & Barney verwendet worden sein.

Paleo Banana Bread

Die Zutaten:

  • 4 Bananen (oder 575gr) zermatschte Bananen
  • 4 Eier Größe M
  • 1/2 Tasse (entspricht ca 140gr) Mandelbutter (oder Kokosnuss-, Macadamianuss-, Erdmandelmuss o.ä.)
  • 4 EL Ghee (ayurvedische Butter) oder, wer Ghee nicht mag, Kokosnussöl eignet sich auch super
  • 1/2 Tasse (entspricht ca 75gr) Kokosmehl (gerne auch Mandel-, Makadamianussmehl o.a.)
  • 1 EL Zimt
  • 1 TL Natron
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Vanille
  • 1 Prise Salz (ich bevorzuge Himalayasalz, Meersalz ist auch fein)

Die Zubereitung:

  1. Heize deinen Backofen auf 180°C auf (Ober-/Unterhitze), Die Temperatur beim Umluftherd müsste demnach etwa 160°C sein. Ich hab beides, bevorzuge allerdings Ober-/Unterhitze. Und wer einen Gasherd hat, ist sicher im Besitz einer Umrechnungstabelle 😉
  2. Mixe die Bananen, Eier, die Nussbutter und das Fett deiner Wahl in einer Schüssel mit dem Handrührgerät (Standmixer tut’s auch, vor allem, wenn du so einen Hochleistungsmixer besitzt)
  3. Sobald alles verrührt ist, mische das Kokosnussmehl, den Zimt, das Natron, das Backpulver, die Vanille und das Salz und dreh noch ein paar Runden, bis du eine sämige Masse in deiner Schüssel vorfindest.
  4. Fette jetzt eine Backform (am besten eignet sich eine aus Glas) mit dem Fett deiner Wahl. Wenn du eine Form aus Metall verwendest, kann es sein, dass das Bananenbrot festbackt (selbst wenn es superdick eingefettet ist) und du es nicht zerstörungsfrei heraus bekommst. Ich hab keine Backform aus Glas, also hab ich meine Kastenform mit Backpapier ausgelegt. Funktioniert einwandfrei.
  5. Jetzt den Teig in die Form füllen, glatt streichen und in den vorgeheizten Ofen schieben (mittlere Schiene).
  6. Nach etwa 35min hab ich zum ersten Mal einen Schaschlik Spies aus Holz in den Teig gesteckt, um zu sehen, ob der Teig haften bleibt. Sollte das der Fall sein, einfach weiterbacken lassen. Die Backzeit beträgt ca 55-60min oder eben so lange, bis der Teig nicht mehr an dem Holzstäbchen kleben bleibt. Bei mir waren es 55min, dann wurde es Zeit, das Brot heraus zunehmen.
  7. Das Brot zum Auskühlen aus der Form auf ein Gitterrost stürzen.
  8. Als letztes … Aufschneiden, Belag nach Wahl (ich LIEBE Kokosmuss oder Banane) und GENIESSEN 😀

Vorbereitungszeit: ca 10 min

Backzeit: bis zu 60min bei 180°C bei Ober-/Unterhitze

Das Rezept eignet sich auch ganz hervorragend für Muffins. Einfach das gleiche Rezept nehmen und für normal große Muffins die Backzeit auf 30-35min verringern. Wenn du dMini-Muffins machen möchtest, dann verringert sich die Backzeit auf etwa 25min.

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Einfach mal drauf los mischen …

Zum Beispiel mit folgenden Variationen (die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe):

  • Cranberry-Orange ::: Nimm einfach nur 3 TL Butter. Würfel das Fleisch einer ganzen Orange, zusätzlich den Saft einer ganzen Orange und eine Tasse getrocknete Cranberries (gerne auch frische)
  • Schoko-Blaubeere ::: zum Rezept oben einfach 1 Tasse frische Blaubeeren und 1/2 Tasse echten Kakao hinzufügen
  • Kürbis-Pekan ::: nimm nur 1/4 Tasse der Mandelbutter und füge 1/2 Tasse Kürbismuss/-puree und 1 Tasse grob gehakte Pekannüsse hinzu

Viel Spaß beim Naschen!

Love & Hugs

Eure Andrea (die immer dann anfängt zu backen, wenn sie handwerklich unterfordert ist und ihre Hilti nicht zur Anwendung kommen kann 😉 )

Yoga and the Seasons

Autumn

“Ayurveda is considered a sister science to yoga, both coming from the Vedic tradition in India and are approximately 5000 years old. The word Ayurveda translates as ‘the science of longevity’ and includes using herbs, food, asana poses and what is known as pancha karma (purification practices) to heal and balance an individual. All people are unique and not one prescription therapy would be used for another person.

Currently we are in the fall season, which is known as vata season in Ayurveda. Each season has it unique characteristics that require different changes to our diet, yoga practice, etc… in order to keep ourselves in balance. Vata is comprised of space and air and characteristics include light, dry and windy. To balance vata, grounding is required. Moving slower and more deliberately in yoga, eating heavy, oily, denser foods, all help to balance out the airy environment around us.

Vata season is a natural time to deepen your spiritual work.”

~ Samantha Sidari Tollinchi

Couple of days ago I was kind of wondering why my early morning practice let me – unintentionally – more to the seating positions. My self led practice is a great inspiration for my classes and therefore my teachings were more serious, quite, slowly and … grounding.

After my time in New York City last April I started to read more about the quality of the seasons and the effect on the mind, body (and soul) so I came to the same conclusion but couldn’t put this into the right words. 

I am very glad and grateful I found this piece of knowledge.

Thinking about learning more about Ayurveda 🙂

Von F*** Wetter und der verlorenen Lust

Wetter Jun 20, 2013Heute Morgen aus einem Chat mit einer Freundin: Sie so: „Kam meine Motivation bei dir vorbei?“. Meine Antwort: „Nope, hab sie nicht gesehen. Ich denke, dass deine und meine noch die letzten Sommerminuten am See oder im Freibad oder im Biergarten genießen. Auf jeden Fall hat sie heute nicht mir eingestempelt.“

Ich denke mal, das geht jedem so … mehr oder weniger. Aber warum? Ich war neugierig und hab mal ein wenig recherchiert. Dabei bin auf ein paar interessante Fakten gestoßen.

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Schwülheißes Wetter und die Auswirkung auf deinen Wohlfühlfaktor

Es dürfte weitgehend bekannt sein, dass schwülwarmes Wetter den Kreislauf belastet. Auch ohne ausgeprägt wetterfühlig zu sein, spürt jeder die Belastung am eigenen Körper.

Wo bitte ist meine  Konzentrations- und Leistungsfähigkeit hin?

Offensichtlich ist es so, dass die aufziehende Bewölkung die direkte Sonneneinstrahlung verringert und somit auch die positive Wirkung auf die allgemeine Stimmung abnimmt. Zusätzlich steigert die einströmende Warmluft die innere Unruhe. Man fühlt sich unausgeglichen, unkonzentriert und ist weniger leistungsfähig. Ganz einfach, weil man grundsätzlich Lust auf alles andere hat, nur nicht auf das, was gerade ansteht. Dadurch springen die Gedanken hin und her. Mit dem Mangel an Konzentrationsfähigkeit sinkt auch die psychische Belastbarkeit. Mattigkeit und Abgeschlagenheit treten auf, depressive Momente treten auf.

Meine Friedfertigkeit macht Urlaub

Diese Wetterlage wirkt sich definitiv ungünstig auf meine sonst so präsente innere Ruhe aus *hüstel*. Reizbarkeit ist das Motto des Tages. Innere Unruhe statt „being centered“. „Die Neigung, auf Mitmenschen gereizt zu reagieren nimmt zu.“ … *pah* das ist heute noch richtig untertrieben.

Von dicken Beinen  und geschwollenen Fingern

Da kann ich 5 Gallonen trinken, meine Waderln schwellen an, meine Fußknöchel nicht mehr zu sehen und die Beine tun echt weh. Ich beneide jeden, der damit weniger Probleme hat. Ehrlich!

Da ich weder an Bewegungsmangel, Lipödem, Herzschwäche, Nierenschwäche, Lebererkrankung, Eiweißmangelödeme, Diabetes, Essstörungen, Allergien, Vergiftungen oder ähnlichem leide, muss es was anderes sein. Die Erklärung, die ich gefunden habe, gefällt mir tatsächlich besser als irgendeine Erkrankung:

Die enorme Hitze, die feuchte Warmluft verursacht im Körper einen Wärmestau, die Körperwärme kann nicht mehr abgeleitet werden. Die Blutgefäße erweitern sich, das Gewebe schwillt an (sichtbar und oft genug auch spürbar an den dicken Beinen und Fingern) und drückt auf die Nerven, dadurch erhöht sich auch die Schmerzempfindlichkeit. Na toll.

Von Migräne und pochenden Schläfen

Da bin ich nun wirklich mal dankbar, dass ich nur ganz, ganz selten damit geplagt bin. Tatsächlich nur, wenn ich krank werde oder wenn das Wetter extrem umschlägt.

Beim Durchzug eines Tiefdruckgebietes hat die Warmluftzufuhr ihren Höhepunkt überschritten, durch Regen kühlt die Luft ab, der Wind kann stürmisch werden. 

Das Auf und Ab von Luftdruck und Temperaturen, insbesondere der für die Wetterempfindlichkeit bedeutsamen gefühlten Temperatur, stimuliert die glatte Muskulatur der Blutgefäße. Durch die Freisetzung des Hormons Serotonin ziehen sich die Adern zunächst zusammen, der Blutdruck steigt steil an. Anschließend entspannen sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt.

Nach der vaskulären Theorie der Migränestimulation führt die anfangs krampfartige Verengung der Adern im Gehirn dazu, dass die betroffenen Hirnareale schlechter durchblutet werden. Der resultierende Sauerstoff- und Energiemangel provoziert als Reflexantwort eine sehr schnelle Blutgefäßerweiterung. Die in den Gefäßwänden befindlichen Schmerz- und Dehnungsrezeptoren werden dabei gleichzeitig stimuliert. Die Wahrscheinlichkeit für eine Migräneattacke nimmt zu.

Naja, sehr medizinisch aber irgendwie zu verstehen, richtig?

Vom Drang nach draußen und dem Einschalten der Vernunft

Hier zitiere ich einen allseits bekannten Wetterprofi „Wenn Sie in den Schwülezone sind, besonders mit alten Leuten und Kleinkindern: nix tun oder drinbleiben, Drecksozon wird in Wohnungen abgebaut, also weniger doof als draußen für Leute mit Atemwegsproblemen.“ ~ Kachelmannwetter auf Facebook vom 19. Juni 2013

Dem kann ich mich tatsächlich nur anschließen. Die letzten Tage bin ich entweder sehr früh morgens aufgestanden (wer mich kennt, ahnt schon, dass das maximal 1x war) oder habe gewartet, bis die Sonne untergegangen ist, um mich im Freien mehr als notwendig zu bewegen (tatsächlich gab’s Yoga nach 20:30 Uhr auf dem Balkon *yay*).

Und so habe ich auch folgenden Ratschlag für den heutigen Tag gefunden:

„Den Aufenthalt im Freien sollten Sie in sehr leichter Kleidung in den Morgen oder in die Abendstunden verlegen. Körperliche Anstrengungen sollten heute, wenn möglich, gemieden werden. Kaum etwas ist so dringend zu erledigen, dass es ein Gesundheitsrisiko rechtfertigt. Auch Sport ist nur für sehr gut Trainierte empfehlenswert.“ ~ Dipl.-Biol. Holger Westermann

Wo er Recht hat, hat er Recht, der Herr Dipl.-Biol. Westermann 😀

Bis zum nächsten Sommer – ich geh jetzt in den Winterschlaf – gehabt euch wohl. Und wenn die Luft mal wieder etwas gespannt sein sollte … take a deep, deep breath and … ENJOY yourself.

Love&Hugs
xxAndrea

Die gefühlte Tageshöchsttemperatur hier in Stuttgart liegt heute übrigens zwischen 32°C und 36°C.